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Alte Schule

 

 

Die alte Dorfschule wurde 1882 erbaut, der Schulbetrieb erfolgte bis 1964. Der Dichter Jakob-Kneip wurde 1887 hier eingeschult, bevor er ab 1895 das Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Koblenz besuchte.

 

Die alte Dorfschule beherbergte früher in einem Klassenraum mehr als 80 Schüler. Heute befindet sich dort ein schöner Saal für Feiern und Treffen.

 

In den 80er Jahren wurde an die alte Dorfschule die Bürgerhalle durch das Engagement der Morshausener Bürger gebaut. Diese wurde 2014 umfassend energetisch saniert und durch den Anbau eines Foyers modernisiert.

 

Im Obergeschoss der Alten Schule befindet sich eine neu renovierte, sehr schöne kleine Wohnung, im Keller der Jugendraum, der von der Dorfjugend rege genutzt wird.

 

Vor der Alten Schule steht ein Ziehbrunnen, der früher von den Dorfbewohnern genutzt wurde.

 

 

Aus "250 Jahre Dorfkirche Morshausen"

So war es früher - Ältere Mitbürger erinnern sich -

 

Unsere Dorfschule

Die Dorfschule zu Anfang unseres Jahrhunderts kann man mit den heutigen Schulen nicht mehr vergleichen. Wir gingen in die alte Schule an der heutigen Bürgerhalle. Früher bereits war die Schule im Backes und in Piese.

 

In einem großen Raum waren alle acht Klassen untergebracht. Manchmal waren wir mehr als 80 Schüler. Für alle 8 Klassen gab es nur einen Lehrer, bei uns Lehrer Jakob Ryssel, der aus Dudenroth stammte. Damit der Unterricht überhaupt ablaufen konnte, mußten sich auch die älteren Schüler mit den jüngeren befassen. Sie übten zusammen rechnen, lesen und schreiben.

 

Die Schule dauert morgens von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und nachmittags von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Mittwochs und samstags nachmittags war keine Schule, dann mußten wir zur Christenlehre nach Beulich, wo wir zu Fuß hingingen.

 

Das Morgenläuten war das Zeichen für den Schulbeginn. Wir gingen dann mit Lese- und Rechenbuch, Griffelkasten und Tafel mit zwei Schwämmchen, eins naß, eins trocken, zur Schule. Wer etwas vergessen hatte, konnte gleich wieder nach Hause gehen. Nach dem Unterricht mußte der Junge, der an diesem Tag geläutet hatte, dies vor der Klasse sagen, damit der Nächste für den folgenden Tag Bescheid wußte. Nach dem Läuten der Abendglocke um 19.00 Uhr durfte kein Kind mehr auf der Straße sein.

 

Der Lehrer wachte streng darüber. Wer erwischt wurde, bekam am nächsten Tag was auf die Finger. Zweimal im Jahr gab es Zeugnisse. Noten gab es für Lesen, Aufsatz, Rechtschreibung, Schönschreiben, Rechnen, Raumlehre, Fleiß, Betragen, Biblische Geschichte, Katechismus, Naturkunde, Geographie, Geschichte, Singen, Zeichnen, Turnen und für den Schulbesuch.

 

Nicht so gut war der Schulbesuch während der Erntezeit. Die Kinder wurden dann im Feld gebraucht. Kinder, deren Väter im ersten Weltkrieg waren, blieben auch in dieser Zeit zu Hause und halfen in der Landwirtschaft.

 

Anna Biersch